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Wesen und Charakter
Aus
dem bereits beschriebenen Arbeitsfeld des Appenzeller
Sennenhundes in der Herdenhaltung und Bewachung, ergeben
sich die charakteristischen Wesensmerkmale wie
im FCI-Standard Nr. 45 beschrieben.
Dort ist u.a. festgelegt, daß der Appenzeller
Sennenhund lebhaft, temperamentvoll, selbstsicher und furchtlos ist, leicht
mißtrauisch gegenüber Fremden, ein unbestechlicher Wächter, freudig und
lernfähig.
Diese Merkmale wurden durch kontinuierliche Selektion erreicht.
Besonders glücklich und zufrieden ist der Appenzeller Hund, wenn er
mit Aufgaben betraut und beschäftigt wird, ständig seine Menschen in seiner Nähe
hat und, besser gesagt, diese es sich zur Selbstverständlichkeit machen, ihren
Bläss als Begleiter in allen Lebenslagen bei sich und um sich zu haben.
In
der heutigen Zeit, wo der Appenzeller Sennenhund immer seltener
als reiner Vieh- und Treibhund gehalten
wird, sondern vielmehr ein wunderbarer Familien- und Begleithund in unseren
Breiten geworden ist, ist es um so wichtiger seinen natürlichen Anlagen gerecht
zu werden, um ihn nicht zu einem mißtrauischen, oder gar aggressiven Hund werden zu
lassen. Eine Isolation, wie Zwinger- oder Kettenhaltung steigert sein
angeborenes Mißtrauen Fremden gegenüber derart, daß es ihn mit an Sicherheit
grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem aggressiven Hund machen würde. Hier geben
die auf den einsamen Schweizer Höfen gehaltenen Hunde schlechtes Beispiel.
Jeder weiß heute, daß ein
von Mißtrauen und Ängsten geprägtes Verhalten
nicht nur bei Hunden Streß erzeugt. Wer kann
das wollen? Wer
nicht bereit ist, den Forderungen, die ein Appenzeller Sennenhund an seinen
Menschen stellt, nachzukommen, ihm besonders in seinem ersten Lebensjahr eine
artgerechte, freundliche aber ganz konsequente Erziehung angedeihen lassen kann,
seinem Temperament und seinen natürlichen Anlagen gerecht zu werden, ihm alle
Möglichkeiten bietet, die besonders für diese Rasse von Bedeutung sind, sollte
vom Kauf eines Appenzeller-Welpen absehen.
Für den aber, der sich schon vor dem Kauf eines Welpen mit Züchtern
des Schweizer Sennehund-Vereins in Verbindung setzt, eruiert, wo es geeignete
Welpengruppen und Hundeschulen oder Vereine gibt, die auf die besonderen
Bedürfnisse und Anlagen dieser Rasse eingehen, in ihrem Angebot, auch Agility
und Fährtenarbeit haben und wissen, daß der Appenzeller nicht zu den
Gebrauchshunderassen zählt, hat seine Schritte schon in die richtige Richtung
gelenkt. In Zukunft wird
die Verwendung des "Bläss" sicher nicht mehr im überwiegend gemeinsamen
Arbeitsbereich des Bauern liegen, sondern im Hundesportbereich zu
finden sein. Die jüngsten Erfolge, besonders im Agilitybereich sprechen
eine deutliche Sprache. Hervorzuheben ist, daß fast ausschließlich alle
Appenzeller Hunde von Frauen im sportlichen Bereich geführt werden. Haben Sie
auch wirklich ausreichend Zeit für Ihren Vierbeiner? Lieben Sie ausgedehnte
Spaziergänge mit viel Abwechslung für sich und Ihren Hund? Genießen Sie es, wenn
Ihr Hund auch im Urlaub Ihr Begleiter ist? Und, ist Ihnen wirklich und
wahrhaftig klar, daß nur Sie der Kopfhund oder Rudelführer sein können? Steht
Ihre Familie voll und ganz hinter Ihrem Entschluß und hat genau wie Sie die
aufrichtige Bereitschaft, Ihren Hund als vollwertiges Familienmitglied in Ihrem
Rudel zu integrieren?
Können Sie diese Fragen spontan und ohne Einschränkung bejahen, dann
ist der Bläss der Hund, der mit Ihnen durch Dick und Dünn gehen wird. Er wird
Ihnen seine Dankbarkeit für jedwede Zuwendung durch noch größere
Anhänglichkeit zeigen.
Wird ein Appenzeller Welpe Rasse- und artgerecht aufgezogen, ist
seine Kinderliebe geradezu sprichwörtlich. Häufig findet man eine besonders enge
Bindung zu Frauen. Es ist anzunehmen, daß diese durch die Aufzuchtphase, die
meistens ja den Frauen obliegt, hervorgerufen wird.
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